Das Blues Revival in den Sechzigerjahren in den USA und in Grossbritannien

Einen ersten Versuch, den Deltablues einem erweiterten Publikum zu präsentieren, unternahm 1938 John Hammond in New York. Er veranstaltete in der Carnegie Hall einen Event („From spirituals to Swing“). Dazu suchten Sie in den Südstaaten die Musiker zusammen und verpassten Robert Johnson nur knapp; der war kurz vorher verstorben.

Schussendlich spielten dort u.a.: Helen Humes, Meade Lux Lewis, Albert Ammons, Mitchell's Christian Singers, the Golden Gate Quartet, James P. Johnson, Big Bill Broonzy and Sonny Terry.

Seit den späten 1950er Jahren bereisten dann Bluesfans den US-amerikanischen Süden, um schwarze Bluessänger zu finden, die sie nur von Platten kannten und von denen sie nicht wussten, ob sie überhaupt noch am Leben waren.

Als erstes wurde der Folkblues (Deltablues und Texasblues) wiederentdeckt, dann der Chicago-Blues. Vornehmlich Aufnahmen von Musikern aus dem Delta waren auf einmal gefragt. Zahlreiche Versuche wurden unternommen, um diese Musiker zu finden.

Ein paar konnten aufgespürt werden. Diese lud man dann zu Auftritten in den Norden ein. Da waren nicht wenige Musiker darunter, die die Welt nicht mehr verstanden.

Das erste Mal in ihrem Leben spielten sie vor weissem Publikum und wurden gar bewundert und gefeiert. Viele waren es sich nicht einmal gewohnt einem Weissen überhaupt in die Augen zu schauen, das war ihnen im Süden nicht erlaubt. Dazu gab es gar noch Geld und Anerkennung.

Parallel dazu entdeckten die Briten durch Schallplatten diese Musik und ahmten diese begeistert nach. Nach anfänglichem 1:1 Übernehmen entstanden aber schnell eigene Varianten und Mischungen.

Vorangegangen war in der UK eine „Skifflewelle“. Skiffle ist eine Mischung von Country, Folk und Blues. Aus dem Skiffle wurde dann Beat, aber eben auch Bluesrock.

Zwei Namen sind von Bedeutung, die dem Bluesrock Vorschub leisteten: Amen Korner und John Mayall. Speziell bei John Mayall gaben sich die aufstrebenden Bluesmusiker die Klinke in die Hand: Eric Clapton, John McVie, Mick Fleetwood, Peter Green sind nur ein paar davon.

 


„John Mayall und Amen Korner“

 

Clapton gründete später mit Ginger Baker und Jack Bruce die Supergruppe Cream, die etliche Bluesklassiker im Repertoire hatten. Jimmy Page, vorher bei den Yardbirds, gründete Led Zeppelin, die ebenfalls zahlreiche Bluestitel adaptierten.

Peter Green startete zusammen mit Mick Fleetwood, John McVie und Jeremy Spencer die Bluesband Fleetwood Mac, die Ende der Sechziger Jahre mehr Platten verkauften, als Rolling Stones und Beatles zusammen.

Stan Webb spielte sich in den Sechziger- und Siebzigerjahren in die erste Bluesliga mit seinen Chicken Shack. Auch sollten die Rolling Stones nicht vergessen gehen, die anfänglich gar nur Blues coverten und in den USA schwarze Bluesmusiker unterstützen und förderten.

Natürlich gibt es noch Viele mehr. Als Jimi Hendrix 1966 nach London kam war das eine weitere Sensation, denn auch Hendrix war im Blues versiert. Hendrix hatte - der Kreis schliesst sich - sowohl indianische wie auch schwarze Vorfahren.


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