Texas Blues - Blind Lemon Jefferson, Lightning Hopkins und Leadbelly

Parallel zum Deltablues gab es auch in anderen Gegenden der Südstaaten Entwicklungen. Speziell Texas war in Sachen Blues ein weiterer Hotspot. Der bekannteste Protagonist aus der Frühzeit war Blind Lemon Jefferson. Er ist einer der Väter des Texas Blues und war der erste Country-Blues-Musiker, dessen Aufnahmen kommerziell erfolgreich waren.

 


„Blind Lemon Jefferson“

 

Seine Verkaufszahlen waren ausschlaggebend für den Durchbruch des Country Blues in der Plattenindustrie und ermöglichten so auch anderen Musikern Aufnahmen und Karrieren. Das schwappte bald auch auf andere Staaten wie Louisiana oder Tennessee über.

Man sagt, dass Blind Lemon weit gereist ist und auch im Delta gewesen ist. Er erfror jung - 37 Jahre alt - im Jahre 1930 auf der Strasse.

Der Texas Blues ist eine weitere Form des Country Blues, der in den 1920er-Jahren in den texanischen Grossstädten entstand. Die volle, akkordbetonte Gitarrenspielweise ist typisch für den Texas Blues.

Ein weitere wichtiger, stilbildender Texas Blues Vertreter war Lightnin‘ Hopkins, der als Schüler von Blind Lemon Jefferson gilt.

Lightnin‘ Hopkins hatte einen hohen Wiedererkennungswert: In der Regel spielte er in der Tonart E-Dur auf einer normal gestimmten Gitarre mit einem Daumenpick und seinem prägnanten A7-Akkord, dazu kam seine tiefe, eindringliche Stimme.

Hopkins war auch sehr eigenwillig und unkonventionell, was Takte und Schemata betraf. So war es für viele Begleitmusiker nicht immer einfach, Hopkins sprunghaften Wechseln zu folgen. Chuck Berry soll dafür ebenfalls berüchtigt gewesen sein.

 


„Bad nigger makes good minstrel.“

 

Die weitaus schillerndste Figur war Leadbelly (Bleibauch), der zweimal ins Gefängnis kam. Einmal wegen Mord (1915) und einmal wegen Raub und Mordversuchs (1930). Dank seinem gesungenen Pladoyer an den Gouverneur von Texas wurde er 1925 begnadigt.

Beim zweiten Mal hatte er einen Fürsprecher, der nochmals eine Begnadigung für ihn erwirkte. In der Presse nannte man ihn den „singenden Neger“, der zwischen zwei Morden etwas Musik macht.

Auch titelten Zeitungen wenig schmeichelhaft „Bad nigger makes good minstrel“. Leadbelly hatte ein breites, nicht nur Blues, umfassendes Repertoire von rund 500 Songs, darunter noch heute bekannte Titel wie „Cotton fields“, „Black Betty“, „Goodnight Irene“ oder „The Midnight Specail“. Er war der erste schwarze Blueskünstler, der Ende der Vierzigerjahre nach Europa kam. Die ersten Kniffe auf der Gitarre lernte er von Blind Lemon Jefferson.


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